BSW-Solar sieht Ausschreibungen skeptisch

Kategorie: Politik und Gesellschaft, Topnews, Ausschreibungen

Der Verband fordert, dass auch bei Ausschreibungsverfahren die Akteursvielfalt beim Bau von Photovoltaik-Freiflächenanlagen erhalten bleiben sollte. Er hat Zweifel, dass Ausschreibungen die kosteneffizientere Alternative zu Einspeisevergütungen sind und fordert eine ergebnisoffene Evaluierung, die auch eine Rückkehr zum alten Fördersystem ermöglichen sollte.

Solarpark von IBC Solar in Deutschland

Der BSW-Solar ist nicht überzeugt, dass Ausschreibungen kosteneffizienter sind als Einspeisevergütungen für die Förderung von Photovoltaik-Freiflächenanlagen.
Foto: IBC Solar AG

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) hat eine Stellungnahme zu den „Eckpunkten für ein Ausschreibungsdesign für Photovoltaik-Freiflächenanlagen“ des Bundeswirtschaftsministeriums abgegeben. Er bezweifelt darin, Ausschreibungsmodelle eine kosteneffizientere Alternative zur Förderung über Einspeisevergütungen darstellen. „Grundsätzlich zweifelt der BSW-Solar weiterhin daran, dass Ausschreibungsmodelle den für die Energiewende notwendigen Ausbau erneuerbarer Energien im Allgemeinen und der Photovoltaik im Kraftwerkssegment im Besonderen kostengünstiger sicherstellen können als es die Finanzierung über die Einspeisevergütung vermag. Erfahrungen im Ausland zeigen, dass Ausschreibungen entweder aufgrund von Risikoaufschlägen zu höheren Kosten gegenüber Festvergütungssystemen geführt haben oder die EE-Ausbauziele nicht erreicht wurden“, heißt es in der Stellungnahme.

Der BSW-Solar fordert daher auch das Pilotverfahren „ergebnisoffen“ zu evaluieren, gerade hinsichtlich der Kosteneffizienz, dem realisierten Photovoltaik-Zubau und der Akteursvielfalt. Auch eine Rückkehr zur Förderung von Photovoltaik-Freiflächenanlagen über Einspeisevergütung oder Marktprämie müsse als Option möglich sein. Es dürfe keinen Automatismus zur generellen Umstellung auf Ausschreibungsverfahren geben.

Der Verband spricht sich in seiner Stellungnahme auch für eine Ausweitung der derzeit bestehenden Flächenkategorien aus. Zudem sollte es einen Regionalfaktor geben, der eine bessere regionale Verteilung beim Bau der Freiflächenanlagen ermögliche. Für Bürgerenergieprojekte fordert der BSW-Solar zudem separate Auktionen. Das Ausschreibungsvolumen sollte auf zwei Segmente aufgeteilt werden – für Photovoltaik-Anlagen bis fünf Megawatt und bis 25 Megawatt. Dies sei auch wichtig, um die Akteursvielfalt zu erhalten. Als weitere Maßnahme dafür sollte das Zuschlagsvolumen für einzelne Bieter auf 50 Megawatt pro Jahr begrenzt werden, schreibt der Verband in seiner Stellungnahme. Bei einer separaten Auktionierung von Bürgersolarparks könnte die Grenze auch auf zehn Prozent des jährlich ausgeschrieben Volumens festgelegt werden.

Die Entwicklung des Photovoltaik-Freiflächenmarktes ist mittlerweile dramatisch eingebrochen. Im Jahr 2013 sind nach BSW-Solar-Angaben Freiflächenanlagen mit einer Gesamtleistung von 1380 Megawatt in Deutschland installiert worden. Dies sei ein Rückgang um 63 Prozent gegenüber 2012. Der Photovoltaik-Zubau insgesamt waren von 2013 um 57 Prozent gegenüber dem Jahr davor zurückgegangen. Die rückläufigen Zahlen hätten sich auch im ersten Halbjahr 2014 fortgesetzt, heißt es beim BSW-Solar weiter. Es sei Freiflächenanlagen mit einer Gesamtleistung von 465 Megawatt ans Netz gegangen, nochmals ein Rückgang um 39 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2013. (Sandra Enkhardt)


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