BSW-Solar: Installation von Speichern außerhalb der Förderung bedenklich

Kategorie: Hintergrund, Speicher und Netze, Topnews

Noch ist offen, in welchem Umfang die Speicherförderung in diesem Jahr weitergeht. Der Bundesverband Solarwirtschaft hat untersucht, wie viel Speichersysteme gefördert wurden, warum viele Kunden ohne Förderung installieren und wie viel die Systeme kosten. Derzeit diskutieren die Experten, wie der eigenverbrauchte Strom umsatzsteuerlich behandelt werden muss.

Installation eines Speichersystems

Der BSW-Solar hat aktuelle Preise für Batteriespeichersysteme ermittelt.
Foto: BSW-Solar/Borrmann

Nur die Hälfte der Speicher werden mit der Förderung installiert, sagt Rainer Brohm vom Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) auf dem Photovoltaik-Symposium im Kloster Banz. Aus seiner Sicht ist das durchaus bedenklich. Das Speicherförderprogramm habe auch eine Lenkungswirkung, mit der eine zukünftig sinnvolle Entwicklung angestrebt wird. Die geförderten Speichersysteme haben eine Wirkleistungsbegrenzung auf 60 Prozent, müssen fernsteuerbar sein und es gibt Anforderungen an die Sicherheit. Bei den Batteriespeichersystemen, die außerhalb der Förderung installiert werden, sei das nicht unbedingt gegeben.

Eine Umfrage des BSW-Solar zeigt allerdings, dass gerade die Wirkleistungsbegrenzung einer der Gründe ist, warum viele Betreiber das Speicherprogramm nicht in Anspruch nehmen. Die zwei anderen meist genannten Gründe seien die administrativen Hürden und die Tatsache, dass die Förderung die Speichersysteme auch nicht wirtschaftlich machen würden.

In den Umfragen erhebt der BSW-Solar auch Speicherpreise. Lithiumsysteme mit fünf Kilowattstunden Kapazität kosten demnach im Schnitt 2500 Euro pro Kilowattstunde; Systeme mit zehn Kilowattstunden kosten im Schnitt 2100 Euro. Systeme mit Bleibattien sind deutlich billiger und liegen dem Verband zufolge bei rund 1500 Euro pro Kilowattstunde. Bei Bleisystemen machen die Batterien die Hälfte der Kosten aus. 20 Prozent kostet die Steuerung, 14 Prozenz seien BOS-Kosten und 15 Prozent die Installationskosten.

Umsatzsteuer

Es gibt auch immer noch etliche offene Fragen, zum Beispiel bezüglich der umsatzsteuerlichen Behandlung des selbstverbrauchten Stroms. Dazu gebe es derzeit auch Aktivitäten im Finanzministerium, zu denen der BSW-Solar auch Stellung genommen hätte. Es sei vermutlich so, dass man ab einer Einspeisung von zehn Prozent des Ertrags als Unternehmer gilt. Dann gelte der eigenverbrauchte Strom als Entnahme aus dem Unternehmen und es sei eine Umsatzsteuer auf den Wert des Stroms fällig.

Jetzt gehen die Diskussionen darum, wie hoch der Wert dieses Stroms ist.Wenn man den Wert aufgrund der Börsenpreise bestimmen würde, wäre das für sie Anlagenbetreiber natürlich günstig, wenn man ihn anhand des eingesparten Strombezugs berechnet, wäre das sehr negativ. Eine andere Frage ist dann, ob die Batterie Teil des Unternehmens ist.

Auch wie es in Zukunft mit der Speicherförderung weiter geht, ist laut Brohm in Diskussion. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble will keine Schulden mehr machen. Das erzeugt Druck auf den Haushalt, aus em letztendlich auch die Speicherförderung bezahlt wird.

Auch politisch bläst der Wind ins Gesicht. Nachdem in den letzen Jahren die politische Steuerung in Richtung auf mehr Eigenverbrauch gerichtet gewesen sei, habe man den Eindruck, dass jetzt die Mikrointegration der Photovoltaik-Anlagen lieber wieder zurück genommen werden soll und man dann sogar lieber nochmal was auf die Einspeisevergütung aufschlägt. (Michael Fuhs)

Lesen sie auch in der aktuellen pv magazine-Ausgabe mehr zu der Frage, wie erfolgversprechend der Speichermarkt für Solaruntetnehmen ist. Dort finden Sie auf Seite 55 unter anderem Analysen zur derzeitigen Marktgröße und Prognosen für die zukünftige Entwicklung.


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