Bosch-Tochter Voltwerk bleibt erhalten

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Die Wechselrichtersparte hält der Konzern aufrecht. Voltwerk gehört nicht zur Bosch Solar Energy, sondern zur Tochter Bosch Powertec. Insgesamt hat Bosch seit 2008 mit seiner Solarsparte bislang rund 2,4 Milliarden Euro Verlust gemacht.

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Bosch hat 2,4 Milliarden Euro Verlust mit seinem Photovoltaik-Geschäft seit 2008 gemacht
Foto: Bosch

Der Ausstieg von Bosch aus dem Geschäft mit der kristallinen Photovoltaik hat am Freitag für Wirbel gesorgt. Die Wechselrichter-Tochter Voltwerk ist nicht von dem Ausstieg betroffen, wie Bosch-Sprecher Katrin Lauterbach auf Anfrage bestätigte. Sie gehöre nicht zum Geschäftsbereich Solar Energy. Voltwerk gehört seit April 2012 zur Bosch-Tochter Powertec, die das Wechselrichter-Unternehmen damals von Conergy kaufte.

Bei den zur Bosch Solar Energy gehörenden Produktionsstätten werde der Betrieb zunächst weiterlaufen, sagte Lauterbach weiter. Der Stuttgarter Konzern hatte für Ende des Jahres seinen Ausstieg aus der kristallinen Photovoltaik angekündigt. Derzeit würden Verkäufe oder Teilverkäufe der Werke angestrebt. Davon betroffen sind auch das Werk in Frankreich, das Bosch vor rund einem Jahr in Betrieb genommen hat sowie die gut 90-prozentigen Anteile am Modulhersteller Aleo Solar. Insgesamt sind rund 3000 Mitarbeiter der Sparte Solar Energy von der Entscheidung des Konzerns betroffen. Es soll nur die Dünnschichtsparte mit rund 150 Angestellten weitergeführt werden.

In einem Interview für das hauseigene Mitarbeiter-Magazin äußerten sich der Bosch-Aufsichtsratschef Franz Fehrenbach und der Vorsitzende der Geschäftsführung, Volkmar Denner, zu den Hintergründen der Entscheidung. Fehrenbach – der den Einstieg von Bosch in die Photovoltaik 2008 maßgeblich mit voran getrieben hatte – erklärte, er trage die Entscheidung mit. „Ich habe immer gesagt, dass es eine Querfinanzierung des Solar-Bereiches auf Dauer nicht geben kann“, sagte er. Es sei bis zuletzt nach alternativen Lösungen gesucht worden. Außerdem habe sich das Management von Bosch die Ausstiegsentscheidung nicht leicht gemacht.

Denner ergänzte, dass sich der aufsummierte Verlust seit dem Einstieg 2008 auf bislang 2,4 Milliarden Euro belaufe, einschließlich der Sonderabschreibungen von 1,6 Milliarden Euro. Hinzu kämen noch die Kosten für den Ausstieg selbst. Denner wollte aber zum jetzigen Zeitpunkt dafür keine konkreten Größenordnungen nennen. Denner betonte, dass nun der Verkauf einzelner Fertigungsbereiche weiter verfolgt werden. Auch die Verhandlungen mit den Gewerkschaften über die Zukunft der Mitarbeiter werde einige Zeit dauern. „Gelingen die Veräußerungen nicht, müssen wir die Fertigung Anfang 2014 einstellen. Parallel dazu würden ebenfalls alle Entwicklungs-, Vertriebs- und Verwaltungsaktivitäten geschlossen“, so Denner weiter. Dies betrifft dann auch die Aktivitäten von Bosch Solar Energy im Ausland. (Sandra Enkhardt)


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