BEE und BWE warnen vor Scheitern der Ausbauziele bei Erneuerbaren bis 2020

Kategorie: Politik und Gesellschaft, Topnews

Eine von den Verbänden beauftragte Kurzexpertise kommt zu dem Schluss, dass Deutschland bis 2020 wohl nicht einen Anteil von 18 Prozent Erneuerbare am Endenergieverbrauch erreichen wird. Mit einer Umstellung der Förderung von Photovoltaik, Windkraft und Biomasse wird ein weiterer Rückgang des Ausbaus erwartet. Auch kommt in Energiewende bei der Wärme und im Verkehrssektor nicht in die Gänge.

Kommune in Deutschland mit Windpark und Photovoltaik-Anlagen

Der Ausbau der erneuerbaren Energien könnte durch die Umstellung auf Ausschreibungen noch weiter ausgebremst werden.
Foto: 100ee-Regionen/Caroline Enders

Die Bundesregierung könnte ihr von der EU verpflichtend festgelegtes Ziel beim Ausbau der erneuerbaren Energien bis 2020 verfehlen. „Der Anteil von 18 Prozent erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch wird unter den aktuellen Bedingungen nicht erreicht werden – weder innerhalb der mit dem EEG 2014 festgelegten Korridore noch bei einem fortgesetzten dynamischen Neubau in der Windenergiebranche wie im vergangenen Jahr“, so das Ergebnis einer Kurzexpertise, die der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) und der Bundesverband Windenergie in Auftrag gegeben hat.

Es sei zu befürchten, dass der Ausbau von Photovoltaik, Windkraft und Co. „sogar deutlich“ hinter den Zielen der Bundesregierung zurückbleiben werde. So war im nationalen Aktionsplan von 2010 nach Brüssel gemeldet worden, dass Deutschland seinen Anteil auf 19,6 Prozent steigern werde. „Ohne deutliche Verbesserungen schaffen wir lediglich etwa 17 Prozent. Dabei hat die Bundesregierung selbst nach Fukushima die Energiewende mit einem starken Ausbau der erneuerbaren Energien gewollt. Nun sind es die politisch restriktiven Ausbaupfade, die die Energiewende-Dynamik kappen“, kritisiert BEE-Geschäftsführer Hermann Falk.

Neben dem drohenden Verfehlen des Ausbauziels zeigten die Berechnungen auch, dass Deutschland bis 2020 eine Klimaschutzlücke von 50 Millionen Tonnen CO2 bleiben werde. Selbst dann, wenn die im Dezember beschlossenen Effizienzziele umgesetzt würden. „Die mit dem EEG 2014 eingezogenen Ausbaukorridore drohen in Zusammenhang mit dem Systemwechsel hin zu Ausschreibungen den Ausbau der preiswerten Erneuerbaren Energien deutlich abzubremsen. Die Korridore sind nicht geeignet, um in Deutschland die 2020-Ziele zu erreichen. Nach dem erfolgreichen Zubau insbesondere bei der Windenergie in 2014 und 2015 droht ein deutlicher Einbruch, der sich nicht nur im Strommarkt sondern auch bei Wärme und Mobilität negativ auswirken wird“, ergänzte Hermann Albers, Präsident des BWE.

Die Verbände forderten die Bundesregierung auf, die Energiewende in Deutschland konsequent weiter zu führen. Zudem müssten endlich auch der Wärme- und Verkehrssektor stärker einbezogen werden. „Selbst hohe Anteile von Ökostrom reichen nicht aus, um die Versäumnisse bei Wärme und Mobilität zu kompensieren“, sagte Falk. Nach Angaben des BEE liegt der Anteil der erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch derzeit bei knapp 13 Prozent. Der Anteil beim Stromverbrauch betrug Ende vergangenen Jahres etwa 28 Prozent. (Sandra Enkhardt)


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