BDEW-Analyse: Haushaltsstrompreis sinkt wegen fallender Beschaffungskosten

Kategorie: Politik und Gesellschaft, Topnews

Die gefallenen Beschaffungskosten haben nach der Analyse des BDEW den Strompreis für die Haushalte erstmals seit dem Jahr 2000 wieder fallen lassen. Allerdings ist der Anteil von Steuern und Abgaben mit 52 Prozent weiter sehr hoch.

Stromleitung übers Land

Die Strompreise sind aufgrund gesunkener Beschaffungskosten gesunken.
Foto: TransnetBW

Mit 28,72 Cent pro Kilowattstunde ist der aktuelle Strompreis unter das Niveau von 2013 gesunken, wie die Analyse des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zeigt. Es ist das erste Mal seit dem Jahr 2000, dass es keinen Anstieg im Jahresvergleich gab. Bei der Analyse der Strompreiskomponenten zeigt sich dabei, dass vor allem die Beschaffung und der Vertrieb des Stroms deutlich günstiger für die Versorger geworden sind. Der BDEW hat dafür einen Anteil von 7,05 Cent pro Kilowattstunde errechnet – der geringste Wert seit 2007. Auch die Steuern, Abgaben und Umlagen sind erstmals wieder leicht im Jahresvergleich gesunken, die Netzentgelte dagegen leicht gestiegen, wie die Analyse weiter zeigt.

Zwar seien die Beschaffungskosten aufgrund niedrigerer Preise an den Strombörsen auch im vergangenen Jahr leicht gesunken. Die Börsen-Preise allein bestimmten jedoch nicht den Endkunden-Strompreis, heißt es beim BDEW. Der beeinflussbare Anteil am Strompreis liege insgesamt nur bei rund 25 Prozent. Mit 52 Prozent machten staatliche Abgaben und Steuern weiterhin den Hauptteil des Strompreises aus. Dieser Betrag liege Aktuell bei 32,2 Milliarden Euro im Jahr, so der BDEW. Den größten Anteil habe mit 21,8 Milliarden Euro daran die EEG-Umlage. Diese war zu Jahresbeginn leicht abgesenkt worden. Sie hätte angesichts des Überschusses in Milliardenhöhe auch noch stärker sinken können.

Bei der dritten Komponente – den Netzentgelten – gibt es starke regionale Schwankungen. Aufgrund des notwendigen Netzum- und –ausbaus wegen der Energiewende seien diese in vielen Regionen gestiegen. Am Gesamtstrompreis haben sie nach BDEW-Angaben etwa einen Anteil von 23 Prozent. (Sandra Enkhardt)

Grafik: BDEW


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