BDEW: Breite Zustimmung für Energiewende

Kategorie: Politik und Gesellschaft, Topnews

Die Bevölkerung steht weiterhin sehr geschlossen hinter dem Ausbau von Photovoltaik, Windkraft und Biomasse. Die ist das Ergebnis des BDEW-Energiemonitors. Dabei zeigt sich auch, dass sich eine Mehrheit ein schnelleres Voranschreiten der Energiewende wünscht. Die BDEW-Hauptgeschäftsführerin ist eine der wenigen, die Gabriels EEG-Reformpläne als "großen Schritt in die richtige Richtung" bewertet.

Energielandschaft Morbach

Viele Deutsche würden sich einen schnelleren Ausbau der erneuerbaren Energien wünschen.
Foto: juwi Gruppe

Die Bevölkerung in Deutschland unterstützt die Energiewende. 89 Prozent der Befragten sehen die Energiewende als „sehr wichtig“ oder „wichtig“ an, wie die ersten Ergebnisse des nun neu veröffentlichten BDEW-Energiemonitors zeigen. Allerdings gibt es Kritik an der Umsetzung. So sagte die Mehrheit von 56 Prozent, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien „weniger gut“ oder „gar nicht gut“ vorankomme. Die Auswirkungen der Erneuerbaren auf den Strompreis wird von vielen weiterhin gleich bewertet. 70 Prozent gingen von steigenden Strompreisen aus. Die Angst vor Blackouts, die gern von Energiewende-Gegner geschürt wird, sehen die meisten nicht. Nur elf Prozent der Befragten erwarteten, dass es zu größeren Stromausfällen komme, so ein weiteres Ergebnis der zweimal jährlich durchgeführten Befragung zu den wichtigsten Themen der Energiewende und Energiepolitik. In Kürze wolle der BDEW den vollständigen Energiemonitor 2014 veröffentlichen.

Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, nutzte die Gelegenheit, um die von ihrem Verband vorgelegten EEG-Zahlungsströme zwischen den Bundesländern zu verteidigen, die auf viel Kritik gestoßen waren. "Fakt ist: Die Zahl der Bürger, die von der EEG-Umlage profitieren, unterscheidet sich im Bundesländervergleich stark. Wenn ein Bundesland in der jetzigen Diskussion auf seine ehrgeizigen Erneuerbaren-Ausbaupläne pocht, wird dieses Gefälle weiter verschärft. Ein zu ambitionierter Ausbau in einem Bundesland muss auch immer von den Stromverbrauchern in anderen Bundesländern mit bezahlt werden. Wichtig ist ein gemeinschaftliches Verständnis über den Ausbau", sagte Müller. Sie forderte die Bundesländer explizit auf, ihre regionalen Partikularinteressen zurückzustellen und die Energiewende als gemeinsame Aufgabe zu verstehen.

Im Gegensatz zu vielen anderen lobte Müller die EEG-Reformplänen von Bundesenergieminister Sigmar Gabriel (SPD). Diese ließen „auf eine entschlossene Reform hoffen“. Müller sagte weiter: „Zugleich sind sie kein Ausbremsen der Erneuerbaren Energien. Vielmehr wird erstmals der umfassende Versuch unternommen, den ungesteuerten Ausbau-Boom in vernünftigere, ökonomisch effiziente Bahnen zu lenken. Insbesondere die sich abzeichnenden Maßnahmen zur Marktintegration der Erneuerbaren sind ein großer Schritt in die richtige Richtung." (Sandra Enkhardt)


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