Baywa schickt Effizienzhaus Plus in Serie

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Das bayerische Unternehmen hat nun ein Großprojekt in Augsburg-Friedberg gestartet. Neun Einfamilienhäuser und vier Doppelhaushälften sollen mit Photovoltaik, Speichern und Wärmepumpen ausgestattet werden, so dass sie mehr Energie produzieren, als die Bewohner verbrauchen.

Effizienzhaus von BayWa

So sollen die Effizienzhäuser Plus in Augsburg nach der Fertigstellung aussehen.
Foto: asset GmbH

Baywa will nun sein Effizienzhaus Plus in Serie schicken. Am Montag gab es den Spatenstich für ein Siedlungsbauprojekt in Augsburg-Friedberg. Die geplanten Häuser – neun Einfamilienhäuser und vier Doppelhaushälften – sollen jeweils mehr Energie produzieren, als deren Bewohner im Jahresdurchschnitt für den Alltag verbrauchen, teilte das Unternehmen mit. Baywa wolle dabei hohe Energieautarkie und Wirtschaftlichkeit mit dem Aspekt Wohngesundheit kombinieren. Kooperationspartner für die Planung und Realisierung sei die asset Grundbesitz- und Vermögensverwaltung GmbH aus Augsburg.

Das Konzept „Effizienzhaus Plus“ sei bereits im Zuge der Forschungsinitiative „Zukunft Bau“ des Bundesbauministeriums in über 35 Gebäuden erprobt und wissenschaftlich ausgewertet worden. Das Energiekonzept sei auf große Begeisterung in der Stadt getroffen. „Diese private Initiative steht in Einklang mit unserer Stadtplanung“, erklärte Friedbergs Bürgermeister Roland Eichmann.

„Mit der Siedlung in Friedberg-Hügelshart zeigen wir, dass Wirtschaftlichkeit und Effizienzhaus Plus-Niveau kein Widerspruch sein müssen. Unsere Häuser machen eine hohe Energieautarkie auf breiter Basis möglich“. sagte Bernhard Jakob, Geschäftsführer der asset GmbH. Zudem profitierten regionale Handwerke von dem Projekt. Der Bau der Siedlung Hügelshart mache nicht nur das Effizienzhaus Plus wirtschaftlich attraktiv, sondern sorge zudem dafür, dass die Wertschöpfung in der Region bleibe, ergänzte Steffen Mechter, Projektleiter von Baywa.

Bereits 2011 hatte das Unternehmen an dem Pilotprojekt in Berlin mitgearbeitet. „Die Erfahrungen aus diesem Pilotprojekt haben wir genutzt, um alltagstaugliche Systeme daraus abzuleiten, mit dem Ziel, auch im normalen Hausbau bei vertretbaren Kosten möglichst nah an eine solare Deckung heranzukommen“, so Marcus Pöllinger, Spartenleiter Baustoffe bei der Baywa. Für die richtige Auslegung der Photovoltaik-Anlagen helfe auch das Know-how der Tochter Baywa re. Bei den Effizienzhäusern Plus werde auf niedrigen Energieverbrauch bei gleichzeitig hohem Photovoltaik-Eigenverbrauch gepaart mit einem Energiemanagementsystem. Die überschüssige Energie solle ins Netz eingespeist oder könnte für die Elektromobilität genutzt werden.

Die Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern der Einfamilienhäuser sollen eine südliche Ausrichtung und eine Leistung von 11,88 Kilowatt haben. Auf den Doppelhaushälften sollen Module mit 7,56 Kilowatt Gesamtleistung installiert werden. Zum Konzept gehört auch ein Lithium-Ionen-Batteriesystem, dass überschüssigen Solarstrom zwischenspeichert. Dieser könne auch in Wärme umgewandelt und im thermischen Wasserspeicher zwischengespeichert werden, so Baywa zum Konzept. Ein Monitoring steuere dabei alle Anlagenkomponenten automatisch.

Das Herzstück der Wärmeerzeugung in den Häusern sei die Kombination aus Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Inverter-Technologie und thermischem Wasserspeicher (1.500 Liter beim Einfamilienhaus und 1.000 Liter bei der Doppelhaushälfte), hieß es weiter. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe werde dabei vorrangig mit Strom aus der Photovoltaik-Anlage betrieben und erwärme das Wasser im Speicher für die Heizungsanlage. Da Solarstrom nicht durchgängig verfügbar sei, werde die Wärmeerzeugung von einem wirtschaftlich ausgewogenen System aus Heizkreispuffer- und Batteriespeicher betrieben. Das Warmwasser werde in einem Speicher mit 235 Liter bevorratet.

„Neu im Vergleich zu anderen Projekten dieser Art ist die Zusammenstellung der Produkte“, sagte Günter Haug, der für Solarsysteme zuständige Geschäftsführer bei der Baywa re. „Unsere Anlagenkonzeption setzt ganz bewusst auf die Verwendung von vielfach am Markt erprobten Standardkomponenten und deren optimal aufeinander abgestimmte Kombination. Das bringt den Vorteil der Zuverlässigkeit, aber auch eine gute wirtschaftliche Komponente, und zwar ohne Abstriche bei der angestrebten hohen Energieautarkie. Denn das Ziel ist es, durch den selbstproduzierten Strom möglichst unabhängig von anderen Energiequellen zu sein.“

Nach dem nun erfolgten symbolischen Spatenstich kann die Bebauung beginnen. Im Frühjahr werde dann wohl der Bau der Effizienzhäuser Plus erfolgen. Der genaue Preis für die Häuser solle in Kürze festgelegt werden, sagte eine Sprecherin von Baywa re auf Anfrage von pv magazine. Die Häuser seien aber bereits teilweise reserviert. Auch seien weitere Projekte mit der Baywa Baustoffe in Planung. (Sandra Enkhardt)


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