Aufstrebende Märkte

Kategorie: Panorama, 2 / 2013 PVD Petra Hannen

Türkei

Ukraine

Philippinen

Australien Grafiken: Solarpraxis AG/Harald Schütt

Türkei

Installierte Leistung (Ende 2012): 9 MW (0,1 W/Einwohner) Beispielprojekte: Besonders gewerblichen Aufdachanlagen werden in der Türkei gute Chancen eingeräumt. Enerparc hat gemeinsam mit dem türkischen Partnerunternehmen Else Enerji im August eine der größten Aufdach-Photovoltaikanlagen mit knapp 500 Kilowatt Nennleistung realisiert. Stahlproduzent Prokon nutzt die Anlage auf dem Fabrikdach für den Eigenverbrauch und speist den Überschuss in das öffentliche Stromnetz ein. Für Photovoltaik-Großprojekte mit mehr als einem Megawatt Leistung ist ein Lizenzierungsverfahren vorgeschrieben. Bei der ersten Ausschreibungsrunde im Juni wurden 496 Projektanträge eingereicht. Zum Zuge kamen der Projektliste zufolge vor allem türkische Unternehmen.

Photovoltikverband: Turkish Photovoltaic Industry Association (GENSED), gensed.org Außenhandelskammer: Deutsch-Türkische Industrie- und Handelskammer, www.dtr-ihk.de, Büros in Istanbul und Izmir Die Türkei gilt als einer der vielversprechendsten neuen Photovoltaikmärkte, Branchenvertreter erwarten bis zum Jahr 2020 einen Zubau von vier bis über sechs Gigawatt. Als Hauptwachstumsbereiche gelten gewerbliche Aufdachanlagen bis zu einem Megawatt Nennleistung sowie Freiflächenlagen über einem Megawatt. Hürden sieht die Branche in den Bereichen Finanzierung und Bürokratie. Regierungskreisen zufolge sind nach Beendigung der ersten Vergaberunde im Jahr 2013 weitere Ausschreibungen für 2.000 bis 2.500 Megawatt geplant. Neben der lizenzpflichtigen Solarenergieerzeugung sollen auch lizenzfreie Projekte an Bedeutung gewinnen – Photovoltaikanlagen ohne Netzanbindung zur Deckung des eigenen Bedarfs mit bis zu 500 Kilowatt Leistung. Diese Obergrenze soll in absehbarer Zeit auf 1.000 Kilowatt angehoben werden.

Ukraine

Installierte Leistung (Ende 2012): 373 MW (8 W/Einwohner) Beispielprojekte: Die Ukraine ist das Land der Großanlagen. Martifer Solar baut gerade für Rengy Development eine Fünf-Megawatt-Anlage im Gebiet Winnyzja, die portugiesische Gruppe hat dort für den Entwickler bereits zwei Solarparks mit 4,5 beziehungsweise 7 Megawatt Leistung errichtet. Nach eigenen Angaben umfasst Rengys Portfolio Photovoltaikprojekte mit einer Gesamtkapazität von 65 Megawatt. Noch größer sind die Anlagen von Activ Solar mit Sitz in Wien. Im August hat das Unternehmen auf der Krim den Nikolaevka-Solarpark mit 69,7 Megawatt fertiggestellt, im ersten Halbjahr außerdem in der Region Odessa die Großanlagen Priozernaja und Limanskaja mit zusammen knapp 100 Megawatt.

Photovoltikverband: Association of Alternative Fuel and Energy Market Participants (APEU), www.apeu.info/en Außenhandelskammer: Delegation der Deutschen Wirtschaft in der Ukraine, ukraine.ahk.de, Büro in Kiew Die Photovoltaik boomt: Ende 2012 waren erst 373 Megawatt Kapazität in der Ukraine installiert, Mitte 2013 verzeichnet der Branchenverband APEU bereits 494 Megawatt. Bis Jahresende sollen sieben weitere Photovoltaikanlagen mit zusammen 50 Megawatt in Betrieb genommen werden. Dieses im Vergleich zum ersten Halbjahr verlangsamte Wachstum wird mit der Einführung strengerer Anforderungen zur Verwendung ukrainischer Komponenten bei der Errichtung von Solarstromanlagen erklärt. Seit dem 1. Juli ist ein Domestic-Content-Anteil von 30 Prozent vorgeschrieben, im kommenden Jahr soll er auf 50 Prozent steigen. Branchenvertretern zufolge stößt das in der Praxis auf enge Kapazitätsgrenzen der ukrainischen Photovoltaikindustrie, so dass etliche Photovoltaik-Projektentwickler ihre Pläne zurückstellen müssen. Das chronische Investitionsdefizit des traditionell landwirtschaftlich strukturierten Landes gilt als weiterer Hemmschuh. Auch politisch ist die Lage angespannt. Die EU will mit der Regierung in Kiew einen Vertrag über eine enge politische und wirtschaftliche Anbindung unterzeichnen, was Russland zu verhindern sucht – und was eine Freilassung der inhaftierten Oppositionsführerin Julia Timoschenko voraussetzt.

Philippinen

Installierte Leistung (Ende 2012): 2,2 MW (0,02 W/Einwohner), weitere 3 bis 3,5 MW Offgrid Beispielprojekte: Auf dem philippinischen Photovoltaikmarkt sind Projekte unterschiedlichster Größen gefragt. Bereits im Oktober 2012 errichtete Donauer Solartechnik mit einem lokalen Partner eine 13-Kilowatt-Pilotanlage in Muntinlupa City – eine der ersten Anlagen, die über Net Metering laufen. Im Mai realisierte MP-Tec erste netzgekoppelte Pilotanlagen, darunter zwei 2,5-Kilowatt-Dachanlagen auf Filialen der Bank of the Philippines – die Bank plant, weitere der mehr als 700 Filialen ebenfalls mit Photovoltaikanlagen auszustatten. 2014 sollen erste Photovoltaik-Großprojekte ans Netz gehen, unter anderem zwei 30-Megawatt-Anlagen in Leyte und Rodriguez sowie ein 20-Megawatt-Solarpark in Currimao.

Photovoltikverband: Philippine Solar Power Alliance (PSPA), www.phsolar.org Außenhandelskammer: German-Philippine Chamber of Commerce and Industry, www.gpcci.org, Büro in Makati Der philippinische Photovoltaikmarkt kommt in Schwung. 2011 wurden 280 Kilowatt netzgebundene Anlagen installiert, 2012 waren es 1,2 Megawatt – und die Projektpipeline soll schon über 800 Megawatt umfassen. Die Philippine Solar Power Alliance arbeitet an einer Zehn-Jahres-Roadmap für den Ausbau der Photovoltaikleistung auf bis zu zwei Gigawatt im Jahr 2023. Als entscheidend für die Photovoltaiknachfrage gelten hohe Strompreise, gesunkene Systempreise und die im vergangenen Sommer eingeführte Einspeisevergütung. Hinzu kommen die fast täglichen Stromausfälle, die im Land Schlagzeilen machen: Die Photovoltaik gilt als zuverlässige Technologie, um diese Stromausfälle in Zukunft zu verringern. Das ist wichtig für die Philippinen, wo die Zeichen auf Wachstum stehen: Sie gehören zu den Next-Eleven-Ländern (N-11), die Goldman Sachs zufolge einen ähnlichen wirtschaftlichen Aufschwung erleben könnten wie die 2001 identifizierten BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China. Als Problem werden die zahlreichen nötigen Zertifikate und Genehmigungen beim Geschäftseintritt angesehen. Entscheidender Erfolgsfaktor ist die enge Zusammenarbeit mit einem lokalen Partner, da die Rechtslage bei Projekten einen maximalen Anteil von 40 Prozent Auslandskapital vorsieht.

Australien

Installierte Leistung (Ende 2012): 2.412 MW (105 W/Einwohner) Beispielprojekte: Die Netzparität erreicht auch Australien: Conergy hat im Mai auf dem Dach einer Seniorenresidenz in Brisbane eine 100-Kilowatt-Solaranlage in Betrieb genommen, die komplett dem Eigenverbrauch dient. Belectric hat in diesem Jahr die Baugenehmigung für ein Fünf-Megawatt-Solarkraftwerk im australischen Bundesstaat Victoria erhalten. Im Australian Capital Territory werden Zhenfa Solar und Onesun Solarparks mit 13 beziehungsweise 10 Megawatt Nennleistung bauen. First Solar realisiert zwei Projekte in New South Wales mit 102 und 53 Megawatt.

Photovoltikverband: Australian PV Association (APVA)/Australian PV Institute (APVI), www.apva.org.au Außenhandelskammer: Deutsch-Australische Industrie- und Handelskammer, australien.ahk.de, Büros in Sydney und Melbourne Australien hat seine Photovoltaikkapazität 2012 um 1,04 auf 2,4 Gigawatt erhöht. Da die Solarenergie APVA zufolge bereits die Netzparität erreicht hat, sollen staatliche Förderungen nun langsam wegfallen. Laut Prognosen soll die Photovoltaik-Strommenge trotzdem von rund einer Milliarde Kilowattstunden im Jahr 2012/13 auf 62 Milliarden Kilowattstunden bis 2049/50 steigen. Die Prognosen für 2013 liegen mit etwa 750 Megawatt rund 25 Prozent unter der insgesamt installierten Leistung des Vorjahres.

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