Auch Aktionäre von Solarworld stimmen für Kapital- und Schuldenschnitt

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Der Photovoltaik-Hersteller kann nun die Restrukturierung seiner Finanzverbindlichkeiten umsetzen. Auch die Aktionäre stimmten auf einer außerordentlichen Hauptversammlung in Bonn für das Rettungspaket. Die Entschuldung allein wird nach Ansicht von Analysten aber für eine längerfristige Überlebensperspektive nicht ausreichen.

Solarworld-Werk in Freiberg

Solarworld hat eine unmittelbar drohende Insolvenz vorerst abgewendet.
Foto: SolarWorld AG

Auf einer teilweise kontroversen außerordentlichen Hauptversammlung haben die Aktionäre der Solarworld AG letztendlich doch dem Rettungspaket zugestimmt. Mit einer Mehrheit von 99,1 Prozent Prozent billigten sie den Kapital- und Schuldenschnitt. Sie folgten damit dem Votum der Anleihegläubiger, die zuvor bereits in zwei Versammlungen zu Beginn der Woche für die vom Vorstand vorgeschlagene Sanierung  mit großer Mehrheit zugestimmt. Allerdings beteiligten sich jeweils nur gut ein Drittel der Anleiheinhaber an den Versammlungen. Die Alt-Aktionäre werden nach dem Kapital- und Schuldenschnitt nur noch einen geringen Einfluss haben. Ihr Anteil wird auf fünf Prozent schrumpfen, wobei allein Solarworld-Vorstandschef Frank Asbeck 1,4 Prozent davon halten wird.

Im Zuge des Kapital- und Schuldenschnitts wird Asbeck auch für zehn Millionen Euro neue Aktien zeichnen und damit auch wieder auf einen Anteil von rund 20 Prozent kommen. Zudem wird ein Investor aus Katar insgesamt 29 Prozent der Anteile an dem deutschen Photovoltaik-Hersteller halten. Qatar Solar will zusätzlich ein Darlehen in Höhe von 50 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Die übrigen Anteile werden nach der Restrukturierung der Finanzverbindlichkeiten von den Anleihegläubigern gehalten, die im Gegenzug auf 55 Prozent ihrer Forderungen verzichten.

Dennoch ist der Kapital- und Schuldenschnitt für alle Beteiligten besser als eine Insolvenz. „Solarworld hat damit eine unmittelbare Insolvenz abgewendet und sich Zeit bis Weihnachten verschafft“, sagt Götz Fischbeck, Analyst vom Bankhaus Lampe, im Interview mit pv magazine. Solarworld müsse nun sehen, dass es aus seinen teuren Lieferverträgen für Silizium herauskomme und seine Produktionskosten senken, um wirklich eine Perspektive zu haben. (Sandra Enkhardt)

Die ausführlichen Einschätzungen von Analyst Götz Fischbeck zur Situation von Solarworld lesen Sie im Artikel „Solarworld ist noch nicht aus dem Schneider“.


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