Asiatisches Konsortium kauft Aleo Solar

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Der kriselnde Photovoltaik-Produzent Aleo Solar wechselt für einen Euro den Besitzer. Der Käufer, die Hamburger SCP Solar GmbH, ist eine Erwerbsgesellschaft von drei Unternehmen aus Taiwan, Japan und Hong Kong. Die meisten der rund 730 Arbeitsplätze werden allerdings abgebaut.

Aleo-Fabrik Prenzlau

Von den rund 730 Arbeitsplätzen der Aleo-Solar-Gruppe sollen rund 200 erhalten bleiben.
Foto: Aleo Solar AG

Die Aleo Solar AG verkauft ihr wesentliches operatives Geschäft einschließlich des Produktionsstandorts Prenzlau und der Marke Aleo an die Hamburger SCP Solar GmbH. Das teilte das kriselnde Photovoltaik-Unternehmen am Mittwoch mit. Demnach ist SCP Solar die Erwerbsgesellschaft eines Konsortiums, dem Sunrise Global Solar Energy aus Taiwan, Choshu Industry aus Japan sowie Pan Asia Solar aus Hong Kong angehören. Sie wollen künftig monokristalline Hochleistungsmodule der Marke Aleo produzieren und vertreiben.

Wie Aleo Solar weiter mitteilt, erwirbt SCP Solar die Produktionsstätte in Prenzlau einschließlich Anlagevermögen, Vorräten, gewerblichen Schutzrechten und Anteilen an einem Tochterunternehmen für einen Euro und wird von den drei Investoren mit Eigenkapital in Höhe von 13,5 Millionen Euro ausgestattet. Gleichzeitig zahlt Aleo Solar dem Hamburger Unternehmen eine Mitgift in Höhe von zehn Millionen Euro. Und die Robert Bosch GmbH, der 90 Prozent von Aleo Solar gehören, leistet an die AG zudem einen Transaktionsausgleich in Höhe von 31 Millionen Euro.

Wie viele Arbeitsplätze bei Aleo Solar erhalten bleiben, ist noch offen. Dem Unternehmen zufolge will SCP Solar rund 200 Mitarbeitern der Aleo-Solar-Gruppe ein Beschäftigungsverhältnis anbieten. Bei dem deutschen Photovoltaik-Hersteller arbeiten zurzeit allerdings eigenen Angaben zufolge 730 Menschen. Daher müsse nun, so Aleo Solar, ein Interessensausgleich verhandelt werden: Mit den Betriebsräten in Oldenburg und Prenzlau seien Rahmensozialpläne vereinbart worden, und für den Standort Prenzlau sei die Einrichtung einer Transfergesellschaft geplant. Dem müsse der dortige Betriebsrat allerdings noch zustimmen.

Den Vollzug des Kaufvertrags müssen noch die Kartellbehörden sowie die außerordentliche Hauptversammlung von Aleo Solar absegnen. Bei diesem Termin soll nach dem Willen der Robert Bosch GmbH auch über die Liquidation von Aleo Solar abgestimmt werden – Bosch wird dann bei konkretem Bedarf weitere Finanzmittel zur Verfügung zu stellen, um eine geordnete Abwicklung ohne Insolvenz zu ermöglichen.

York zu Putlitz, Vorstandsvorsitzender und Finanzvorstand von Aleo Solar, bedauert, „dass es nicht möglich war, mehr Arbeitsplätze zu erhalten. Mit der Produktion in Prenzlau, einem Großteil der Vertriebsmannschaft und der Marke Aleo bleiben jedoch wesentliche Teile des Unternehmens erhalten.“ Außerdem habe SCP Solar ein tragfähiges Konzept und biete eine langfristige Orientierung.

Das Konsortium hinter SCP Solar kommt aus der Erneuerbare-Energien-Branche. Sunrise Global Solar Energy entwickelt, produziert und vertreibt weltweit Solarzellen und hat seinen Sitz im taiwanesischen Yilan. Choshu Industry aus dem japanischen Yamaguchi entwickelt, produziert und vertreibt unter anderem Photovoltaik-Module für den privaten Aufdachmarkt in Japan. Pan Asia Solar gehört zu einem globalen Multi-Family-Office in Hong Kong und investiert in Firmen entlang der Photovoltaik-Wertschöpfungskette. (Petra Hannen)


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