Arbeitsplätze im Solarvalley seit 2011 stark gesunken

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Mitteldeutschland galt lange Zeit als Hochburg der Solarindustrie. Mittlerweile hat sich die Zahl der Arbeitsplätze in der Photovoltaik-Branche gegenüber 2011 etwa halbiert. Für 2014 erwartet der Branchenverband Solarvalley Mitteldeutschland aber wieder Besserung.

Q-Cells Hauptsitz in Sachsen-Anhalt

Q-Cells ist mittlerweile von dem südkoreanischen Mischkonzern Hanwha Chemicals übernommen worden.
Foto: Q-Cells SE

Die Photovoltaik galt in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt lange Zeit als großer Jobmotor. Doch im Zuge der weltweiten Konsolidierung des Photovoltaik-Marktes sowie der Insolvenzen vieler Unternehmen ist auch die Zahl der Arbeitsplätze in der Solarindustrie stark rückläufig. Konkrete Zahlen legte nun der Branchenverband Solarvalley Mitteldeutschland für die drei Bundesländer vor. So habe sich die Zahl der Arbeitsplätze seit 2011 etwa halbiert, sagte der Vorsitzende der Vereinigung, Hubert Aulich, nach einem Bericht der „Mitteldeutschen Zeitung“. Derzeit gebe es noch weniger als 9000 Beschäftigte in der Solarindustrie in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Dies sei eine Folge der enormen Überkapazitäten in der Photovoltaik-Industrie weltweit, die innerhalb von knapp zwei Jahren auch zu einem Preisverfall von etwa 70 Prozent geführt hätten. Allerdings es er optistimisch, dass sich der Weltmarkt bis Ende kommenden Jahres wieder hole, sagte Aulich weiter.

Im Zahl der Arbeitsplätze in Sachsen-Anhalt hat sich dem Bericht zufolge von 5000 im Jahr 2011 auf 1700 im Oktober 2013 reduziert. In Sachsen sei die Zahl der Beschäftigten in der Solarindustrie von 8299 auf 4500 und in Thüringen von 6700 auf 4500 in diesem Zeitraum gesunken. In den Bundesländern sind Photovoltaik-Hersteller wie etwa Q-Cells und Sovello angesiedelt, die Insolvenz anmelden mussten. Aber auch andere Unternehmen wie Solarworld, das im sächsischen Freiberg produziert, haben massiv Arbeitsplätze abgebaut. Mit dem zum Jahresende angekündigten Ausstieg von Bosch aus dem Geschäft mit der kristallinen Photovoltaik stehen in Thüringen nochmals mehr als 1000 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Derzeit bemüht sich der Stuttgarter Konzern Investoren für seine Solaraktivitäten zu finden, sucht aber auch nach alternativen Lösungen, um möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten.

Aulich forderte Bund und Länder auf, die Solarindustrie stärker bei Forschung und Entwicklung zu unterstützen. Auch im Falle einer Markterholung bleibe es das Ziel, Photovoltaik durch tschnische Fortschritte kostengünstiger zu machen. Die Vereinigung Solarvalley Mitteldeutschland wird nach dem Bericht seit vier Jahren als Spitzencluster von der Bundesregierung gefördert. Diese Förderung laufe nun zum Jahresende aus. Die neue Bundesregierung müsse sich auf eine Anschlussregelung verständigen, so Aulichs Forderung. (Sandra Enkhardt)


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