Aleo Solar mit 92 Millionen Euro Verlust im Jahr 2013

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Der Verkauf und die Abwicklung des Photovoltaik-Herstellers ist bereits beschlossen. Nun hat Aleo Solar nochmal die wenig erfreulichen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr veröffentlicht. Zugleich ist mit dem Betriebsrat ein Interessensausgleich vereinbart worden, der unter anderem die Gründung einer Tranfergesellschaft in Prenzlau vorsieht. Die 115 Mitarbeiter in Oldenburg sollen betriebsbedingt gekündigt werden.

Aleo Solar Fabrik in Prenzlau

Für die Mitarbeiter in Prenzlau ist eine Transfergesellschaft gegründet worden.
Foto: Aleo Solar AG

Bereits vorab hat die Aleo Solar AG vorläufige Zahlen gemeldet, die wenig Gutes für das abgelaufene Geschäftsjahr verhießen. Nun hat das Photovoltaik-Unternehmen seinen Abschluss vorgelegt und damit die stark gesunkenen Umsatzzahlen sowie den weiter gestiegenen Verlust bestätigt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr habe sich der Umsatz auf 124,9 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr mehr als halbiert. Der EBIT-Verlust lag bei 92 Millionen euro und damit nochmals höher als 2012, als es ein Minus von 77 Millionen Euro gab, wie Aleo Solar mitteilte. Die EBIT-Marge habe bei -73,7 Prozent gelegen. Grund für dieses schwache Ergebnis seien die stark geschrumpften Photovoltaik-Märkte in Europa gewesen. Gerade in Deutschland, Italien und Frankreich sei die Neuinstallation von Photovoltaik-Anlagen rapide zurückgegangen.

Auf einer Hauptversammlung Mitte April hatten die Aktionäre von Aleo Solar dem Verkauf wesentlicher Teile des operativen Geschäfts, einschließlich des Produktionsstandorts Prenzlaus und der Marke „Aleo“ an die SCP Solar GmbH zugestimmt. „Wir sind guter Dinge, dass der Verkauf in Kürze wirksam werden kann“, erklärte nun York zu Putlitz, Vorstandsvorsitzender von Aleo Solar. Zudem ist die Liquidation des Photovoltaik-Unternehmens dort beschlossen worden. Die Abwicklung soll sozialverträglich gestaltet werden. Daher habe der Vorstand einen Interessensausgleich mit dem Betriebsrat für die Standorte Prenzlau und Oldenburg abgeschlossen, teilte das Unternehmen weiter mit. In Prenzlau sei der Betrieb bereits zu ende März stillgelegt worden. Jedem Mitarbeiter sei angeboten worden, entweder in eine Transfergesellschaft überzugehen oder einen Aufhebungsvertrag abzuschließen, sagte Hermann Iding, Sprecher von Aleo Solar, auf Nachfrage von pv magazine. Die Beschäftigung in der Transfergesellschaft sei für neun Monate garantiert. Zudem plant der neue Investor, hinter dem ein asiatisches Konsortium steht, rund 200 Mitarbeiter wieder anzustellen, wenn die Produktion in Prenzlau wieder aufgenommen werde.

Weniger Glück haben die Mitarbeiter in Oldenburg. Der Betrieb am Standort werden Ende Juni geschlossen, sagte Iding weiter. Den rund 115 Mitarbeitern werde betriebsbedingt gekündigt, wobei die individuellen und gesetzlichen Fristen eingehalten würden. Etwa 25 Mitarbeiter würden allerdings bis zum Jahresende weiterbeschäftigt, um die Firma abzuwickeln. Da Aleo Solar auch seinen Marktennamen mitverkauft hat, wird das Unternehmen nach dem Inkrafttreten des Kaufvertrags in „AS Abwicklung und Solar-Service AG i.L.“ umbenannt. (Sandra Enkhardt)


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