Agora Energiewende: EEG-Umlage steigt, Börsenstrompreis fällt 2016

Kategorie: Märkte und Trends, Politik und Gesellschaft, Topnews

Nach Ansicht des Berliner Think-Tanks sollte im kommenden Jahr der Börsenstrompreis weiter fallen, die EEG-Umlage aber um etwa diese 0,3 Cent pro Kilowattstunde steigen. Für den Stromkunden sollte sich damit nichts ändern - zumindest wenn die Energieversorger richtig rechnen.

Handelsraum an der Leipziger Strombörse EEX

Der Börsenstrompreis wird auch 2016 weiter sinken.
Foto: Christian Hüller

Agora Energiewende hat ermittelt, dass der Börsenstrompreis im zurückliegenden Jahr bereits deutlich günstiger geworden ist und auch 2016 weiter fallen wird. Der bereits für 2016 gehandelte Strom werde im Zwölf-Monats-Mittel (Oktober 2014 bis September 2015) voraussichtlich nur noch 3,25 Cent pro Kilowattstunde kosten, heißt es bei dem Berliner Think-Tank. Dies sei eine Reduktion um neun Prozent oder 0,32 Cent pro Kilowattstunde gegenüber dem Vorjahr.

Zugleich hat der sinkende Börsenstrompreis aber voraussichtlich eine negative Auswirkung auf die Entwicklung der EEG-Umlage. Die Vergütung für EEG-Anlagen wird mit sinkenden Börsenstrompreis für die Verbraucher teurer, ein Geburtsfehler des Mechanismus, der bislang von der Politik nicht behoben wurde, zumal die Erneuerbaren maßgeblich für das Sinken des Strompreises an der Börse verantwortlich sind.

Bei Agora Energiewende geht man nun davon aus, dass die EEG-Umlage im kommenden Jahr von derzeit 6,17 auf 6,4 bis 6,6 Cent je Kilowattstunde steigen wird. „Die für die Strombeschaffung und die Stromkunden maßgebliche Summe aus Börsenstrompreis und EEG-Umlage bleibe mit 9,7 bis 9,9 Cent pro Kilowattstunde aber weitgehend konstant. „In dem Maße wie die Großhandelsstrompreise sinken, steigt die EEG-Umlage. In Summe müssen die Stromverbraucher daher nicht mehr zahlen als heute, wenn die Stromanbieter hier ehrlich rechnen“, erklärt Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende. Allerdings bekämen die Verbraucher dann mehr grünen Strom für ihr Geld: Während der Anteil von Photovoltaik, Windkraft, Biomasse und Co. in diesem Jahr voraussichtlich bei 30 Prozent liegen werden; könnten es 2016 dann schon 32 bis 33 Prozent sein.

Im Frühjahr hatte Agora Energiewende seinen neuen Rechner für die EEG-Umlageentwicklung sowie eine Studie des Öko-Instituts vorgestellt. Demnach ist der Scheitelpunkt für die EEG-Umlage für das Jahr 2023 zu erwarten. Danach werde die EEG-Umlage wieder sinken, zumal die EEG-Umlagen mit den hohen Anfangsvergütungen dann aus dem System fielen. Bis 2023 rechnet Agora Energiewende um einen weiteren Anstieg der EEG-Umlage um weitere ein bis zwei Cent pro Kilowattstunde. Bis 2035 werde sie aber dann wieder deutlich um zwei bis vier Cent je Kilowattstunde sinken. Bei der Veröffentlichung der Studie hieß es allerdings auch noch, dass Agora Energiewende angesichts des Milliarden-Überschusses auf dem EEG-Konto für das kommende Jahr nicht von einem Anstieg der EEG-Umlage ausgehe.

Am 15. Oktober werden die vier Übertragungsnetzbetreiber offiziell die Höhe der EEG-Umlage für 2016 bekannt geben. Ihre Mittelfristprognose aus dem November 2014 für die voraussichtliche Höhe der EEG-Umlage 2016 reichte von 5,66 und 7,27 Cent je Kilowattstunde. (Sandra Enkhardt)

 

Prognosen zur Entwicklung der EEG-Umlage 2016Infografik "Prognosen zur Entwicklung der EEG-Umlage 2016" von Strom-Report.de


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