Abgaben und Umlagen auf Speicher streichen

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Der BDEW fordert auf der "Energy Storage", dass die Abgaben und Umlagen auf Speicherstrom gestrichen werden müssten und erntet Beifall von etlichen Rednern. Ansonsten bekräftigten die BDEW-Hauptgeschäftsführerin Hildegard Müller und Vertreter des Wirtschaftsministeriums vor allem bekannte Positionen zur Energiewende und Speichereinsatz.

BDEW-Hauptgeschäftsführerin auf der Energy Storage

Hildegard Müller war auch in diesem Jahr wieder Gast der "Energy Storage" in Düsseldorf
Foto: Wikimedia/FishInWater

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat von der Bundesregierung ziemlich viel von dem bekommen, was er sich wünscht. Hauptgeschäftsführerin Hildegard Müller lobt daher auch die Bundestregierung. Die verpflichtende Direktvermaktung zum „Marktlernen“, die Ausschreibungsabsichten für Solarkraftwerke, die „Kostendämpfung“. „Mit dem ungesteuerten Zubau an erneuerbaren Energien kann es so nicht weitergehen“, wiederholte sie auf der Konferenzmesse „Energy Storage“ bekannte Positionen des BDEW. Allerdings fordert sie auch mehr Vertrauensschutz, sprich spätere Stichtage zum Beispiel für Windkraftanlagen, da die Projektierungzeiten länger seien.

Auch Speicher sind für den BDEW wichtig. Das zeige sich etwa darin, dass der Vorstand die Arbeitsgruppe Speicher jetzt zu einem Fachausschuss erhoben habe. Müller forderte einen langfristigen rechtlichen Rahmen zum Betrieb von Speichern, um deren wirtschaftlichen Betrieb zu ermöglichen. Auch Pumpspeicherkraftwerke würden sich nämlich nicht mehr rentieren, seit Solarstrom mittags die Preise purzeln lasse.

Bis zu dem Punkt mit dem Pumpspeicherkraftwerken ist sie einer Meinung mit Uwe Beckmeyer, Parlamentarischer Staatssekretär des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Er und seine Kollegen im Ministerium betrachteten es mit Sorge, dass sich Pumpspeicherkraftwerke nicht mehr rentieren. Es müsse verhindert werden, dass sie stillgelegt werden. Später brauche man sie.

Unsinnige Autarkiebemühungen

Allerdings redet Beckmeyer auch von „unsinnigen Autarkiebemühungen“, die wir uns nicht leisten könnten. Er tritt für Kooperation mit den Nachbarländern und europäische Regelungen ein. Zum Beispiel lasse Deutschland mit der Schweiz und mit Österreich eine Studie zur Nutzung der Pumpspeicherkraftwerke erstellen. Eine Leitung nach Norwegen sei konkret in Planung.

Ansonsten sieht er Speicher derzeit nur dort, wo es eine hohe Einspeisung durch erneuerbare Energien gebe, um diese zu erleichtern. Langzeitspeicher seien erst später sinnvoll. Jetzt sei in diesem Segment die Zeit für Forschung und Entwicklung, die mit 200 Millionen Euro gefördert werde. Die Fördersumme sei allerdings schon ganz in Projekten gebunden.

Auch Boris Schucht, Vorstandschef des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz hält Langzeitspeicher erst nach 2030 nötig. Dann könne man die skandinavischen Speicher einbinden, die rund 250 Mal höhere Speicherkapazität haben als die Speicher in Deutschland. Sogar erst nach 2050 seien neue Technologien nötig. Allerdings will er sich dann doch nicht so genau auf die Jahreszahlen festnageln lassen. Es könne keiner auch nur 20 Jahre in die Zukunft schauen. Den Bedarf an Regelenergie zur Netzstabilisierung, der durch Kurzzeitspeicher gedeckt werden kann und der relativ linear mit der Durchdringung mit erneuerbaren Energien ansteige, sieht er allerdings schon jetzt.

Johannes Remmel, nordrhein-westfälischer Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz fordert daher, dass Speicherkraftwerke und Backup-Kraftwerke über Netznutzungsentgelte zu finanzieren sein sollten, wenn sie vorrangig für die Netzsteuerung eingesetzt werden.

Abgaben und Umlagen auf Speicher streichen

Eines der großen Ärgernisse für die Branche sind allerdings die Abgaben und Umlagen auf Strom, der gespeichert wird. In diesem Punkt fordert Hildegard Müller die Bundesregierung zum Handeln auf. Sie sagt, es sei nötig, die Stromspeicherung vom Letztverbrauch zu trennen, damit der einzuspeichernde Strom nicht mit den Umlagen und Abgaben belastet wird. Energiespeicher zielten nämlich auf Wiedereinspeisung. Die Koalition wolle das wohl prüfen, sie forderte aber dazu auf, dass das schnell geschehe.

Arne Hauner vom Eon Innovation Center Energy Storage sieht das ähnlich. Außerdem gibt er zu bedenken, dass vielleicht doch schon früher andere Speichertechnologien nötig sein könnten. Es gebe selbst für Power-to-Gas schon Geschäftsmodelle, die keine Science Fiction seien. Eon habe ein Leuchtturmprojekt im brandenburgischen Falkenhagen in Betrieb. Er zeigt Balkendiagramme, die darlegen sollen, wie hoch der Anteil der Abgaben und Umlagen auf den eingespeicherten Strom am Strom ist. Gebe es diese Abgaben nicht, die auch „keinen Sinn machten“, sei die Wirtschaftlichkeit nicht mehr so fern. Das Gute an der Technologie sei, dass die sie helfe, erneuerbare Energien in die Wärme- und Mobilitätsmärkte zu bringen. (Michael Fuhs)


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