ABB will Power One übernehmen

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Der Schweizer Hersteller von Energietechniklösungen ABB plant den US-amerikanischen Wechselrichter-Hersteller Power One zu übernehmen. Die Transaktion wird voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2013 abgeschlossen, die Genehmigung von Aktionären und Aufsichtsbehörden vorausgesetzt.

Firmengebäude von ABB in Mannheim

Durch die Übernahme will sich ABB als weltweit führender Anbieter von Solarwechselrichtern positionieren.
Foto: ABB

(aktualisierte Fassung)

Rund eine Milliarde US-Dollar will ABB für Power One auf den Tisch legen, das entspricht einem Preis von 6,35 US-Dollar pro Aktie. Die Verwaltungsräte der beiden Unternehmen haben der Transaktion bereits zugestimmt, wie es in einer Pressemitteilung von ABB heißt. Die Übernahme soll das wachsende Wechselrichtergeschäft von ABB ergänzen. ABB verfügt bereits über ein umfangreiches Wechselrichterangebot, dazu zählen kleinere Stringwechselrichter ebenso wie große Zentralwechselrichter und Megawatt-Stationen.

Die Transaktion sei als Fusion strukturiert und vorbehaltlich der üblichen Genehmigungen und Abschlussbedingungen, einschließlich der Billigung durch die Aktionäre von Power-One bei einer außerordentlichen Hauptversammlung. Außerdem sei die Kontinuität des Power-One Führungsteams sichergestellt, heißt es bei ABB.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass das Angebot von ABB 57 Prozent höher liegt als der Schlusskurs von Power-One am Freitagabend. Der Aktienkurs von Power-One ist nach der Ankündigung um bis zu 59 Prozent auf 6,34 US-Dollar (rund 4,86 Euro) gestiegen, wie Bloomberg-Marktdaten zeigen.

Joe Hogan, CEO von ABB, erklärte in einem Pressegespräch: „Wir glauben, dass wir zu einem weltweiten Marktführer im Bereich Solar-Wechselrichter werden". Auch eine Ausweitung der Aktivitäten in andere Bereiche der Solarindustrie sei denkbar. ABB denke allerdings nicht darüber nach, in die Modulproduktion einzusteigen, betonte Hogan.

Die rund 3.300 Mitarbeiter von Power One sind vor allem in Italien, China, den Vereinigten Staaten und der Slowakei beschäftigt. 2012 erwirtschaftete das Unternehmen ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 120 Millionen US-Dollar bei einem Umsatz von rund einer Milliarde US-Dollar. Die Unternehmen der ABB-Gruppe sind in rund 100 Ländern tätig und beschäftigen etwa 145.000 Mitarbeitende. 2012 erwirtschaftete ABB in den USA einen Umsatz von 6,7 Milliarden US-Dollar und hat fast 20.000 Mitarbeitende.

„Die Photovoltaik macht rapide Fortschritte, Netzparität zu erreichen und hat somit das Potential, den Energiemix der Zukunft mitzuprägen“, sagt Hogan von ABB. „Power-One ist ein gut geführtes Unternehmen und genießt hohes Ansehen als Innovator mit Fokussierung auf das attraktivste und intelligenteste PV-Produkt.“ Der Zusammenschluss von ABB und Power-One entspreche der 2015 Strategie des Unternehmens und würde einen starken globalen Anbieter schaffen, der erfolgreich im Wettbewerb bestehen und Mehrwert für Kunden, Mitarbeitende und Aktionäre schaffen kann.

„Diese Transaktion schafft beträchtlichen Wert für unsere Aktionäre und wird Power-One ermöglichen, sein Wachstum zu beschleunigen“, erklärt Richard J. Thompson, CEO von Power-One. „Gemeinsam können wir die wachsende weltweite Nachfrage nach innovativen Lösungen für erneuerbare Energien besser befriedigen und zu einem weltweit führenden Anbieter avancieren. Ich glaube, dass ABB der richtige Partner ist und dass dies der ideale Zeitpunkt ist, um unsere Kräfte zu bündeln.“ (Mirco Sieg)


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