33 Zuschläge in der 2. Photovoltaik-Ausschreibungsrunde

Kategorie: Ausschreibungen, Politik und Gesellschaft, Topnews

Die Bundesnetzagentur hat Photovoltaik-Projekte mit einer Gesamtleistung von 159,74 Megawatt bezuschlagt. Der Einheitspreis, der für den Solarstrom gezahlt wird, steht aber erst fest, wenn wirklich alle 33 Bieter die geforderte Zweitsicherheit hinterlegen. Der BSW-Solar fordert von der Bundesregierung als Sofortmaßnahme eine Verdopplung der Zuschlagsmenge.

Solarpark von IBC Solar

33 Zuschläge für Photovoltaik-Freiflächenanlagen gab es in der zweiten Ausschreibungsrunde.
Foto: IBC Solar AG

Die Bundesnetzagentur hat in der 2. Pilotausschreibung für Photovoltaik-Freiflächenanlagen insgesamt 33 Zuschläge erteilt. Der Gebotsumfang für diese Projekte liege bei 159,735 Megawatt, teilte die Bonner Behörde am Donnerstag mit. Insgesamt war die ausgeschriebene Menge von 150 Megawatt mit den 136 Geboten mehr als vierfach überzeichnet. Insgesamt seien Projekte mit einem Gesamtvolumen von 558 Megawatt eingereicht worden. Im Gegensatz zur ersten Ausschreibungsrunde ist die Zahl der Zuschläge etwas gestiegen. Erfolgreich seien insbesondere Multiprojektbieter gewesen, aber unter anderem auch eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts, hieß es weiter.

Den Einheitspreis, den die erfolgreichen Bieter erhalten werden, veröffentlichte die Bundesnetzagentur zunächst noch nicht. Es müsse abgewartet werden, ob es zu einem Nachrückverfahren kommt. Dies wäre der Fall, wenn die bezuschlagten Bieter in den kommenden Tagen nicht fristgerecht die Zweitsicherheit hinterlegen. „Dies steht erst nach dem 1. September 2015 fest. Zu dieser Frist müssen die erfolgreichen Bieter eine Zweitsicherheit stellen, da der Zuschlag ansonsten erlischt. Sofern für Gebote mit einer Menge von insgesamt mehr als 30 Megawatt keine Zweitsicherheit gestellt wird, führt die Bundesnetzagentur Anfang September 2015 ein Nachrückverfahren durch“, hieß es zum weiteren Prozedere.

Diesmal seien 15 Gebote wegen Fehlern ausgeschlossen worden. Dies sind deutlich weniger als in der ersten Ausschreibungsrunde. Diesmal habe es sich bei den Ausschlussgründen zudem eher um individuelle Fehler der Bieter gehandelt, weniger um fehlende Dokumente. "Die hohe Beteiligung ist ein gutes Signal für die Energiewende. Zudem zeigt sich in der zweiten Runde, dass auch vermeintlich weniger professionelle Anlagenbetreiber günstig anbieten und Zuschläge erhalten können", erklärte Peter Franke, Vizepräsident der Bundesnetzagentur. Die Liste der Zuschläge hat die Bundesnetzagentur auf ihrer Webseite veröffentlicht. Dabei zeigt sich, dass auch erfahrene Projektierer wie Wattner, IBC Solar oder Enerparc zu den erfolgreichen Bietern gehören. Aber auch die Energiekonzerne EnBW und Eon waren in der zweiten Ausschreibungsrunde erfolgreich.

Beim Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) ist zum Abschluss der Ausschreibungsrunde das geringe Volumen auf Kritik gestoßen. Vor dem Hintergrund wiederholt verfehlter Photovoltaik-Ausbauziele sei es allerdings unverständlich, dass nur ein Bruchteil der Solarparks einen Förderzuschlag erhalten, erklärte BSW-Solar-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig. Er forderte als Sofortmaßnahme eine Verdopplung des Zuschlagsvolumens. Damit seien keine Mehrkosten gegenüber den politisch gewünschten Ausbauszenarien verbunden. Zudem sei noch offen, wie hoch die Realisierungsquoten der bezuschlagten Projekte wirklich sei, so Körnig weiter. „Deutschland bleibt weit hinter seinem Potenzial zurück, mit Hilfe der Photovoltaik günstigen Ökostrom zu erzeugen. Mit den bestehenden Rahmenbedingungen wird die Bundesregierung ihre Ausbauziele für Solarstrom und damit auch die Klimavorgaben nicht erreichen“, sagt Körnig. Der BSW-Solar geht davon aus, dass das von der Bundesregierung geplante jährliche Ausbauziel von 2500 Megawatt neu installierter Photovoltaik-Leistung wie schon 2014 erneut verfehlt wird. (Sandra Enkhardt)

Alles zum Thema Ausschreibung und auch die Ergebnisse aus der ersten Runde finden Sie in unserem Themenspezial.


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