12. Forum Solarpraxis eröffnet

Kategorie: Topnews, Politik und Gesellschaft, 12. Forum Solarpraxis

In einer äußerst lebhaften Diskussion zeigten sich zu Beginn der zweitägigen Konferenz gleich die Konfliktlinien, die beim Thema Photovoltaik durch die Politik laufen. Die Regierungsvertreter verteidigten dabei ihre Pläne, die Solarförderung stark zu begrenzen.

Hans-Josef Fell und Staatssekretär Jürgen Becker

Umwelt-Staatssekretär Jürgen Becker eröffnete das 12. Forum Solarpraxis mit seiner Rede
Foto: Solarpraxis AG

Das 12. Forum Solarpraxis hat am Morgen in Berlin begonnen. 850 Teilnehmer aus 26 Ländern werden in den kommenden zwei Tagen über alle Themen rund um Photovoltaik und Solarthermie diskutieren. Karl-Heinz Remmers, Vorstandschef der Solarpraxis, verwies zu Beginn darauf, dass die Photovoltaik in den vergangenen Jahren eine rasante Entwicklung hingelegt hat. Innerhalb der vergangenen 24 Monate seien die Photovoltaik-Einspeisetarife um bis zu 44 Prozent gefallen. Dennoch der Photovoltaik-Markt werde in den kommenden Jahren kippen und sich stärker in Richtung Asien und Nordamerika entwickeln. „Europa ist dann nicht mehr der Nabel der Welt“, sagte Remmers weiter. Dennoch sei auch in Deutschland, wo der Photovoltaik-Anteil von 3,5 Prozent an der Stromerzeugung im ersten Halbjahr 2011 erreichte, „noch nicht das Ende der Fahnenstange“ erreicht.

Jürgen Becker, Staatsekretär im Bundesumweltministerium, forderte zur Eröffnung des 12. Forum Solarpraxis, dass sich die Erneuerbaren nicht gegenseitig ausspielen dürften. Sie müssten alle ihren Beitrag zur Energiewende leisten und hätten alle auch ihre Probleme. Doch wie weit die Meinungen in der Politik über die Photovoltaik auseinandergehen, zeigte die anschließende Diskussion der energiepolitischen Sprecher von CDU, FDP, SPD und Grünen. Dabei ging es auch um den neuen Vorstoß von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP), der nun auch einen Deckel für die Photovoltaik bei 1000 Megawatt in einem Interview mit der „Rheinischen Post“ vorgeschlagen hat. Sein Parteikollege Michael Kauch warf der Photovoltaik vor, dass sie in den vergangenen Jahren und auch in diesem Jahr nicht den von der Bundesregierung vorgegebenen Korridor beim Ausbau von 3500 Megawatt eingehalten habe. „Dieses permanente Brechen des Zielkorridors gefährde die Akzeptanz der Erneuerbaren insgesamt“, sagte Kauch. Dennoch sei es allein der FDP zu verdanken, dass es bislang keinen Deckel für die Photovoltaik gebe, so der umweltpolitische Sprecher weiter. Auch Joachim Pfeiffer (CDU) griff die Photovoltaik-Branche an und erneuerte seine Angriffe auf die Solarförderung.  Grünen-Energieexperte Hans-Josef Fell und sein SPD-Kollege Buchholz verteidigten in einer äußerst lebhaften Diskussion das EEG und dessen Bedeutung für den Ausbau der Erneuerbaren in Deutschland.(Sandra Enkhardt)

Ein Video der Diskussion finden Sie direkt bei uns.


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